• Alle
  • 4
  • 5
  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • H
  • I
  • K
  • L
  • M
  • N
  • P
  • S
  • V

4-Felder-Test

Der sogenannte 4-Felder-Test ist ein standardisiertes Prüfverfahren für die bakterizide und levurozide Wirkung von Flächendesinfektionstüchern, die im medizinischen Anwendungsbereich zum Einsatz kommen. Hierzu zählen u. a. Krankenhäuser, medizinische Einrichtungen in Pflegeheimen und Schulen oder der Arbeitsplatz. Seit Juni 2015 liegt der 4-Felder-Test, der auch als VAH-Methode des Verbundes für Angewandte Hygiene (VAH) bekannt ist, als Europäische Norm EN16615 vor.

5 Momente der Händehygiene

Die "5 Momente der Händehygiene", auch bekannt als die 5 Indikationen der Händedesinfektion, beschreiben ein Modell der Weltgesundheitsorganisation (WHO), das folgende Situationen für die Notwendigkeit einer Händedesinfektion definiert: Vor dem Patientenkontakt, vor aseptischen Tätigkeiten, nach dem Kontakt mit potentiell infektiösem Material, nach dem Patientenkontakt und nach dem Kontakt mit der direkten Patientenumgebung. Ziel des Modells, dessen Anwendungsbereich alle Bereiche des Gesundheitswesens umfasst, ist die Verringerung des Übertragungsrisikos von pathogenen Erregern.

Aerosole

Aerosole sind feste oder flüssige Partikel, die sich mit einem Gas (wie z.B. Luft) vermischen. Aerosolpartikel haben in der Regel einen Durchmesser von einem Nanometer (nm) bis zu mehreren Mikrometern (µm) und können, gerade wenn sie ausgeatmet werden, Bakterien oder Viren enthalten. Die Last an möglichen Krankheitserregern wächst mit dem Ausmaß des Partikels. So sind größere Partikel potentiell infektiöser. Um eine Krankheitsübertragung zu vermeiden, empfiehlt sich das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung. Auf diese Weise wird verhindert, dass große Partikel in die Luft gelangen. Auch ein Abstand von 1,5 Metern kann bei der Verminderung des Infektionsrisikos helfen.

AHA+L+A-Formel

Die 2020 in Deutschland eingeführte Regel AHA+L+A vereint verschiedene Schutzmaßnahmen, die das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 minimieren. AHA steht dabei für Abstand halten (mindestens 1,50 Meter zu anderen Personen), Hygieneregeln beachten (wie gründliches Händewaschen und Desinfizieren) sowie Alltagsmaske tragen (vor allem in Innenräumen). Ergänzt wird die Regel zum einen durch Lüften in regelmäßigen Abständen, um einer Infektion über Aerosole in der Luft vorzubeugen, und zum anderen durch die Corona-Warn-App, um Kontakte mit infizierten Personen nachzuverfolgen.

antiseptisch

Antiseptische Wirkstoffe reduzieren die Zahl infektiöser Keime an lebenden Geweben. Antiseptisch wirkende Mittel (Antiseptika), wie z. B. Jod, kommen vor allem bei der Versorgung frischer Wunden in Einsatz. Alle Maßnahmen, die auf die Verminderung von Krankheitskeimen ausgerichtet sind, werden unter dem Begriff Antisepsis zusammengefasst. Dieser ist abzugrenzen vom Konzept der Asepsis, das einen Zustand der vollständigen Keimfreiheit abzielt.

bakterizid

Substanzen (Bakterizide) wie Antibiotika, Desinfektionsmittel oder Antiseptika, die alle vegetativen Bakterien abtöten, gelten als bakterizid. Die Krankheitserreger müssen dabei zu mindestens 99 % innerhalb von vier Stunden nach Anwendung vernichtet werden. Bakterizide sind u. a. gegen die Erreger Meningokokken, Salmonellen oder Mycobacterium tuberculosis wirksam. Im Gegensatz zur bakteriziden Wirkung steht die bakteriostatische. Sie unterscheidet sich insofern, dass sie lediglich das Wachstum der Bakterien hemmt.

behüllte / unbehüllte Viren

Viren können mit oder ohne Hülle auftreten. Besonders bei der Desinfektion ist dies von Bedeutung, da behüllte Viren leichter zu desinfizieren sind als unbehüllte. Zur ersten Gruppe zählen u. a. Influenza- und Coronaviren. Bekannte Vertreter der unbehüllten Viren sind Noroviren, Enteroviren oder Parvoviren. Das Robert Koch-Institut (RKI) definiert die folgenden Wirkungsbereiche von Desinfektionsmitteln: „begrenzt viruzid“ (wirksam gegen behüllte Viren), „viruzid“ (wirksam gegen behüllte und unbehüllte Viren) und „begrenzt viruzid PLUS“ (wirksam gegen behüllte Viren sowie Adeno-, Noro- und Rotaviren).

CE-Kennzeichnung

Das Kürzel CE steht für „Conformité Européenne“, also für europäische Konformität. Ziel der CE-Kennzeichnung ist es, zu versichern, dass die grundlegenden Sicherheitsanforderungen der anzuwendenden EU-Vorschriften eingehalten werden. So wird den Behörden und Kunden die Sicherheit und Qualität des Produktes garantiert. Zudem erhalten Produkte mit dem CE-Zeichen einfacheren Zugang zum europäischen Markt. Die TÜV SÜD AG schreibt auf ihrer Website: „Es handelt sich also nicht um ein Gütesiegel oder Qualitätszeichen, sondern - salopp ausgedrückt - um den „Reisepass“ für europäische Produkte“.

Compliance

Compliance bezeichnet das Ausmaß, in dem Richtlinien und Regeln zur Händehygiene in Einrichtungen des Gesundheitswesens eingehalten werden. Der genaueste Weg, um die Compliance zu bestimmen, ist die direkte Beobachtung des Hygieneverhaltens der Mitarbeitenden. Zu den beeinflussenden Faktoren zählen u. a. die individuelle Einsicht des Personals in die Notwendigkeit der Händehygiene, strukturelle Vorbedingungen der Institution sowie die Übereinstimmung mit gesellschaftlichen Vorstellungen. Bei unzureichender Compliance kann die Umsetzung von Interventionsprogrammen dazu beitragen, die Händedesinfektion zu verbessern.

Desinfektion

Desinfektion bezeichnet eine Hygienemaßnahme zur gezielten Abtötung oder Reduzierung von Krankheitserregern, um Infektionen zu vermeiden. Desinfiziert werden unter anderem Oberflächen, Haut und Hände, Wasser oder Luft. Dabei unterscheidet man grundlegend zwischen physikalischen und chemischen Desinfektionsverfahren. Bei ersteren werden Hitze, Filterverfahren oder Strahlung eingesetzt. Die chemischen Verfahren basieren auf Chemikalien, die eine keimschädigende Wirkung erzielen. Chemische Desinfektionsmittel werden bei Materialien verwendet, für die physikalische Methoden ungeeignet sind.
Alle Artikel zum Thema "Desinfektion"

Desinfektionsmittel

Desinfektionsmittel sind chemische Substanzen, die durch das Abtöten von Mikroorganismen verhindern, dass eine Infektion durch diese hervorgerufen wird. Sie sind u. a. als Sprays, Gele, Seifen und Lösungen verfügbar, die zur Desinfektion von Haut und Händen sowie von Oberflächen, Gegenständen, Medizinprodukten und Wäsche dienen. Verfahren zur Desinfektion lassen sich zwischen physikalischen, chemisch-thermischen und chemischen Verfahren unterscheiden.
Alle Artikel zum Thema "Desinfektionsmittel"

Epidemie

Das zeitlich und örtlich begrenzte Auftreten von einer hohen Zahl von Krankheitsfällen wird als Epidemie bezeichnet. In den meisten Fällen gelten Infektionskrankheiten als Auslöser. Unterschieden wird zwischen Tardiv- und Explosivepidemien: In der ersten Form steigen die Erkrankungszahlen nur langsam an, während sie bei letzterer sehr rasch ansteigen. Vorbeugungsmaßnahmen wie Hygiene und Quarantäne können dabei helfen, die Entwicklung einer Epidemie zu dämpfen. Verbreitet sich der Krankheitserreger über weitere Länder und Kontinente, entsteht eine Pandemie.

Flächendesinfektion

Die Flächendesinfektion ist eine Maßnahme, um die Keimkonzentration auf Flächen stark zu reduzieren, sodass von der desinfizierten Oberfläche keine Infektionsgefahr mehr ausgeht. Ihr Anwendungsbereich umfasst Risikobereiche, wie z. B. Krankenhäuser oder die Lebensmittelindustrie. Man unterscheidet zwischen routinemäßiger und gezielter Flächendesinfektion. Erstere erfolgt auf Flächen, von denen eine Kontamination auch ohne eindeutigen Hinweis angenommen wird. Eine gezielte Desinfektion findet dagegen bei erkennbar kontaminierten Flächen, Schlussdesinfektionen und Ausbruchssituationen sowie beim Auftreten spezieller Erreger statt.

HACCP-Konzept

Das HACCP-Konzept (Hazard Analysis Critical Control Point; deutsch: Risiko-Analyse kritischer Kontrollpunkte) dient der Eigenkontrolle von Lebensmittelbetrieben, um Hygienevorschriften einzuhalten und die Sicherheit von Lebensmitteln nachzuweisen. Jeder Unternehmer aus der Branche muss ein solches Konzept vorweisen können. Darin enthalten sind eine Gefahrenanalyse und die Überprüfung kritischer Punkte in allen Schritten der Nahrungsmittelindustrie: Von der Zubereitung über die Lagerung und den Transport bis hin zum Vertrieb. Gesundheitsgefahren sollen somit frühzeitig identifiziert und vermieden werden. Damit alle Mitarbeiter nach dem HACCP-Konzept arbeiten, ist eine regelmäßige Schulung notwendig.
Alle Artikel zum Thema "HACCP-Konzept"

Hygiene

Hygiene bezeichnet die Lehre von der Prävention von Krankheiten sowie der Erhaltung und Förderung der Gesundheit. Ihr Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden von einzelnen Menschen und der Gesellschaft zu verbessern. Sie umfasst vorbeugende Maßnahmen, z. B. Händewaschen oder Desinfizieren, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern. Besonders, um Gefahren wie Pandemien oder der Zunahme multiresistenter Keime entgegenzuwirken, sind spezielle Hygienemaßnahmen vor allem an Orten mit großer Übertragungsgefahr, beispielsweise Kliniken und Pflegeeinrichtungen, notwendig.
Alle Artikel zum Thema "Hygiene"

Influenza

Die Influenza (Grippe) ist eine akute, durch Viren verursachte Infektionskrankheit der Atemwege, oft begleitet von Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Reizhusten. Influenzaviren verbreiten sich durch Tröpfcheninfektion beim Husten, Sprechen oder Niesen, werden jedoch auch über die Hände oder verunreinigte Gegenstände übertragen. Nicht nur die jährliche Grippeimpfung, sondern auch eine gründliche Händehygiene können vor einer Ansteckung schützen. Influenzaviren sind weltweit verbreitet und besonders anfällig für Mutationen. In Deutschland treten Grippewellen vor allem in den Wintermonaten häufig auf.

Kontamination / Kreuzkontamination

Der Begriff Kontamination bezeichnet eine Verunreinigung von u. a. Substraten, Nahrungsmitteln, Gegenständen, Räumen, Luft, Wasser und Böden durch schädliche Stoffe. Dazu zählen Mikroorganismen, radioaktive Stoffe oder Gifte. Eine Kreuzkontamination entsteht bspw. in der Lebensmittelbranche, wenn Keime von einem Lebensmittel auf ein anderes übertragen werden. Dies kann entweder durch direkten Kontakt oder indirekten, z. B. über Hände und Arbeitsflächen, geschehen.

levurozid

Ist ein Desinfektionsmittel als levurozid deklariert, gilt es als wirksam gegen Hefepilze (Sprosspilze). Diese Art von Pilzen ist beispielsweise im Darm zu finden und kann Infektionen verursachen, wie etwa der Candida albicans. Desinfektionsmittel, die zertifiziert und in der VAH-Liste aufgeführt sind, sind immer gleichermaßen bakterizid (Bakterien abtötend) und levurozid. Substanzen, die gegen alle Pilze und ihre Sporen wirken, tragen die Bezeichnung fungizid.

Mikroorganismen

Die Gesamtheit der Organismen, die nicht mit bloßem Auge erkennbar sind und aus einzelnen Zellen oder Zellaggregaten bestehen, werden als Mikroorganismen bezeichnet. Zu ihnen zählen unter anderem Viren, Bakterien, Pilze oder Protozoen (Einzeller). Sie sind fast überall in der Natur verbreitet: Im Boden, in der Luft, im Wasser oder in lebenden und toten Organismen. Unterteilt wird in pathogene (krankheitserregende) und apathogene (nicht krankheitserregende) Mikroorganismen. Die Mehrheit gehört zu der ersten Gruppe. Wenn apathogene Mikroorganismen eine Krankheit verursachen, wird dieser Vorgang als Infektion bezeichnet. Gelangen sie auf Lebensmittel oder Gegenstände, entsteht eine sogenannte Kontamination.
Alle Artikel zum Thema "Mikroorganismen"

Multiresistente Erreger

Als multiresistente Erreger, kurz MRE, sind Bakterien bekannt, die unempfindlich gegenüber Antibiotika oder Medikamente sind. Sie treten vor allem in Krankenhäusern oder Pflegeheimen auf. Für Menschen mit einem guten Immunsystem sind multiresistente Erreger meist harmlos. Zu den Faktoren, die das Infektionsrisiko erhöhen, gehören unter anderem eine Antibiotikaeinnahme oder ein Klinikaufenthalt innerhalb der letzten sechs Monate oder bestimmte Erkrankungen, die das Abwehrsystem schwächen, zum Beispiel Hepatitis. In den letzten Jahren hat die Entwicklung und Verbreitung der resistenten Bakterien stetig zugenommen. Zu den wichtigsten MRE zählen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) und multiresistente gramnegative Stäbchen (MRGN).
Alle Artikel zum Thema "Multiresistente Erreger"

Nosokomiale Infektion

Als nosokomiale Infektionen werden Infektionen bezeichnet, die Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder anderen Gesundheitseinrichtungen erwerben. Ein besonders hohes Infektionsrisiko besteht dabei auf Intensivstationen. In den meisten Fällen sind nosokomiale Infektionen auf Bakterien zurückzuführen, aber auch Viren oder Pilze können Verursacher sein. Zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen zählt das Einhalten von Hygieneregeln, wie gründliches Händewaschen und Desinfizieren. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt die Zahl der nosokomialen Infektionen in Deutschland auf 400.000 bis 600.000 pro Jahr.

Pandemie

Als Pandemie wird eine sich schnell verbreitende Krankheit mit einer überdurchschnittlich großen Zahl an Erkrankten bezeichnet. Im Vergleich zur Epidemie bleibt sie nicht nur regional begrenzt, sondern tritt global auf. Typische Beispiele für Pandemien sind die Spanische Grippe oder das Coronavirus. Schutzmaßnahmen wie Quarantäne und Hygiene können dabei helfen, die Verbreitung einer Krankheit aufzuhalten und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Sterilisation

Die Sterilisation ist ein Hygieneverfahren, das darauf abzielt, vollständige Keimfreiheit, vor allem bei Medizinprodukten und pharmazeutischen Zubereitungen, zu erreichen. Ein Objekt gilt als sterilisiert, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Vorkommens von vermehrungsfähigen Organismen oder Viren kleiner oder gleich 10^-6 ist. Sterilisation kommt hauptsächlich in der Krankenhaushygiene zum Einsatz: Operationsinstrumente, -Kleidung oder parenteral verabreichte Arzneimittel müssen steril sein, damit die Gefahr einer Infektion verhindert wird.
Alle Artikel zum Thema "Sterilisation"

VAH-Liste

Die VAH-Liste enthält eine Auflistung von herstellerunabhängigen Desinfektionsmitteln mit belegter Wirksamkeit, die vom Verbund für Angewandte Hygiene (VAH) ausgewählt und zertifiziert wurden. Sie gilt als Standardreferenz für die Auswahl von Desinfektionsmitteln in medizinischen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Gelistet sind Produkte für die Anwendungsbereiche Hände, Haut, Flächen, Instrumente und Wäsche, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie von der Desinfektionsmittel-Kommission geprüft sind. Anwender und Anwenderinnen können die Liste online auf der Website der VAH abrufen.

viruzid / begrenzt viruzid

Die Begriffe viruzid und begrenzt viruzid stellen zwei Wirkungsbereiche bei Händedesinfektionsmitteln dar. Während sich viruzide Desinfektionsmittel zum Inaktivieren von sowohl behüllten als auch unbehüllten Viren eignen, wirken begrenzt viruzide lediglich gegen die erste Kategorie. Zu den behüllten Viren gehören u. a. Hepatitis-, Influenza- oder Herpesviren. Diese gelten, im Gegensatz zu den unbehüllten (z. B. Ebolaviren), als relativ instabil und sind deshalb mit den gängigen Händedesinfektionsmitteln zu bekämpfen.

Der Hygienebrief

Aktuelles zum Thema Hygiene - mit unserem Newsletter bleiben Sie auf dem neuesten Stand!

Der „Hygienebrief“ ist ein Angebot der TEMCA GmbH & Co. KG. Ihre E-Mail-Adresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters über CleverReach verwendet, und Sie können sich jederzeit wieder abmelden. Eine Nutzung darüber hinaus oder eine Weitergabe an Dritte findet nicht statt. Mehr Infos unter Datenschutz.